Ein alter Stein in neuem Glanz:
Die Bürgerstiftung lässt einen historischen Wegweiser restaurieren

Wer in den letzten Wochen zwischen Rosdorf und Settmarshausen unterwegs war, hat ihn sicher gesehen, den großen Stein auf der Höhe von Olenhusen. Er zeigt ortskundigen wie fremden Straßennutzern wieder als verlässlicher Helfer die Richtungen Settmarshausen und Rosdorf sowie Abbiegenden die Strecke nach Groß Ellershausen.
Der über 1,5 Tonnen schwere Sandstein ist vom Gewicht wie von seinen geradezu monumentalen Abmessungen ohne Vergleich in der Region. Er wurde bereits im 19. Jahrhundert von der Familie Götz von Olenhusen errrichtet, wie eine Inschrift auf der Rückseite festhält. (Leider ist die Jahreszahl nicht mehr vollständig erhalten.) Im Lauf der Zeit wurde der Stein wahrscheinlich durch die benachbarten Bäume von seinem ursprünglichen Fundament gekippt und langsam vom Unterholz überwuchert. Erst im Zuge des Ausbaus der Straße zwischen Tiefenbrunn und Settmarshausen ist er im letzten Jahr bei den Bauarbeiten wieder ans Licht gekommen. Joachim Grotewahl, Mitglied des Settmarshäuser Ortsrats machte als aktiver Gründungsstifter die Rosdorfer Bürgerstiftung auf den spektakulären Zufallsfund aufmerksam. Eine großzügige Spende ermöglichte es der Bürgerstiftung, hier auf einem neuen, interessanten Handlungsfeld aktiv zu werden. Mit ihrem Einsatz auf dem Gebiet von Lokalgeschichte und Heimatpflege möchte die Stiftung zeigen, dass dieser Themenbereich gleichberechtigt neben Familien- und Jugendprojekten wie dem Rosdorfer Böucherzauber steht. Denn wer sich seiner Wurzeln gewiss ist, kann selbstbewusst in die Zukunft blicken!
Neben bedeutenden historischen Ausstellungen mit spektakulären Schaustücken und großen Zuschauermassen sind es gerade die vielen kleinen historischen Zeugnisse in unserem unmittelbaren Umfeld, die die Vergangenheit auch im lokalen Rahmen in unser aller Bewusstsein lebendig erhalten.
Der Stein wurde geborgen und nach Gesprächen mit Vertretern von Gemeinde, Landkreis und Denkmalpflege von einem erfahrenen Steinmetz restauriert, der auch die Schriftzüge wieder sichtbar machte. Am 6.5. war es nach entsprechenden Vorbereitungen endlich so weit. Der alte Steinblock wurde unter den wachsamen Blicken von Joachim Grotewahl, Cuno Götz von Olenhusen, Harald Grahovac, Gerhard Diehl und Heidrun Dolezel auf ein eigens hergestelltes stabiles Fundament unmittelbar neben seinem alten Standort abgesetzt. Zwischen zwei Regenschauern freuten sich die Anwesenden mit Joachim Grotewahl, dass dieses lokalgeschichtlich wertvolle Fundstück nicht nur erhalten werden konnte, sondern auch in der Zukunft wieder voll zur Geltung kommt. Ob es wohl auch im Zeitalter des Navi noch genutzt werden wird?

Gerhard Diehl